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Allianz plant zukünftig die Versicherung von selbstfahrenden Fahrzeugen

Die Versicherungsgesellschaft Allianz möchte in Zukunft Fahrzeuge versichern, die sich mittels computergestützter Technologie autonom durch den Straßenverkehr bewegen. Dieses Vorhaben könnte den Herstellern selbstfahrender Autos teuer zu stehen kommen, da im Schadensfall die Technik als Verursacher ausgemacht werden kann. In einem solchen Fall ist es denkbar, dass statt dem Fahrer der Hersteller für die entstandenen Kosten aufkommen muss.

Wer haftet wenn die Technik versagt?

Bei den meisten Unfällen lässt sich die Ursache auf das Fehlverhalten eines Beteiligten zurückführen, womit die Schuldfrage in der Regel schnell geklärt ist. Als Grundlage diente hier in der Vergangenheit das Wiener Übereinkommen von 1968, nach dem ein Fahrer sein Auto zu jeder Zeit im Straßenverkehr beherrschen muss. Da die Autoindustrie sich vermehrt um die Entwicklung autonomer Fahrsysteme bemüht, wurde das Abkommen im Jahr 2014 angepasst. Nach der neusten Version muss der Fahrer nur noch in der Lage sein, das Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt stoppen zu können, sodass die Kontrolle während der Fahrt von einem System übernommen werden kann. Hier stellt sich schnell die Frage, in welcher Form die Kfz Versicherung greift, wenn das Computersystem verzagt und es zu einem Schaden kommt?

Bei den gängigen Navigations- und Fahrassistentssytemen bedienen sich die Hersteller aktuell eines Haftungsausschlusses, der die Verantwortung auf den Fahrer überträgt. Da bei der autonomen Steuerung der Fahrer nur noch passiv am Geschehen teilnimmt, wird dieses Absicherungsschema der Konzerne hier wohl nicht mehr greifen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass die Kfz Versicherung in einem solchen Szenario durchaus den Hersteller verantwortlich machen kann, was ein großes finanzielles Risiko für die Konzerne bedeutet.

Allianz möchte passende KFZ-Versicherung anbieten

Aktuellen Studien zur Folge werden autonome Fahrsysteme in Zukunft immer stärker in das Straßenbild integriert werden. Laut Schätzungen soll im Jahr 2035 bereits jedes zehnte Fahrzeug durch Computertechnik durch den öffentlichen Verkehrsraum manövriert werden. Diese Entwicklung bleibt selbstverständlich von großen Versicherungsgesellschaften wie der Allianz (www.allianz.de) nicht unbemerkt. So verkündete der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Alexander Vollert, dass die Allianz für selbstfahrende Autos einen passenden Versicherungsschutz anbieten wird. Hierfür muss die AG ihre Risikobewertung deutlich umstrukturieren, da das Risiko dann nicht mehr beim Fahrer, sondern beim Hersteller liegen würde. Aufgrund der schwierigen Rechtslage sowie der großen Verantwortung seitens der Hersteller ist es allerdings fraglich, ob ein vollautomatisiertes Fahren in dieser Form überhaupt möglich ist. In welchem Umfang das autonome Fahren letztendlich durchführbar ist, hängt vor allem von den zukünftigen rechtlichen Vorgaben sowie der Bereitschaft der einzelnen Automobilkonzerne ab.

Risikoquelle Technik

Die Entwicklung autonomer Fahrsystem läuft seit einigen Jahren auf Hochtouren und es gibt bereits einige Konzept-Modelle, die erfolgreiche Testfahrten im öffentlichen Straßenverkehr absolviert haben. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Störfälle und technische Probleme sich nicht gänzlich vermeiden lassen und es ist deshalb anzunehmen, dass auch in Zukunft immer wieder Fehler auftreten können. Im Falle eines vollständig autonomen Fahrzeugs wird dieses Risiko für die Hersteller sicherlich zu hoch sein und es ist ebenfalls unwahrscheinlich, dass der Gesetzgeber schwerwiegende Unfälle durch fehlerhafte Technik in Kauf nimmt. Letztendlich wird es wohl auf einen Kompromiss zwischen autonomer und manueller Steuerung hinauslaufen, sodass der Fahrer aktiv am Geschehen teilnimmt. Die Frage nach der Haftung bleibt allerdings hochinteressant und wird sicherlich noch für hitzige Diskussionen sorgen.