Folge Auto im Test auf Facebook:

Opel Produktion bis mindestens 2016 in Bochum

Der Opel-Sanierungsplan ist fix. Opel gewinnt in Bochum Zeit und Hoffnung: Sie dürfen nun doch mindestens bis Ende 2016 Autos bauen. Es gibt eine letzte Frist für den Opel-Standort Bochum: Bis mindestens 2016 laufen in dem Werk noch Autos vom Band, sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug der Nachrichtenagentur dpa am 28. Februar 2013. Es gab zwischen dem Unternehmen und Arbeitnehmervertretern nach monatelangen Verhandlungen endlich im Grundsatz eine Einigung, den Kündigungsschutz um zwei Jahre bis Ende 2016 zu verlängern. Bis dahin seien auch Werksschließungen ausgeschlossen.

Das Gegenangebot der Arbeitnehmer war zunächst nicht bekannt. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel sagte, bis zum Mittag habe es „keine Beratung innerhalb der Verhandlungskommission oder mit dem Opel-Vorstand über eine Vereinbarung gegeben“. Ein Sprecher der IG Metall in Nordrhein-Westfalen sagte: „Wir stehen kurz vor einer möglichen Einigung.“ Die Verhandlungen sind dennoch nicht beendet.

In Bochum soll eine Komponentenfertigung angesiedelt werden. Zudem habe man vereinbart, dass „Arbeitsplätze im vierstelligen Bereich“ bleiben sollen. Beim Stopp der Autoproduktion werde den Beschäftigten für zwei Jahre der Übergang in eine Transfergesellschaft angeboten, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende.

Rund 3300 Menschen waren bis zuletzt in Bochum angestellt. Nach Betriebsratsangaben wurden auch alle Überlegungen verworfen, die zentrale Fertigungsplanung oder den Prototypenbau von der Rüsselsheimer Zentrale an Fremdfirmen zu vergeben oder ins Ausland zu verlegen. 700 Jobs im Ingenieursbereich galten als bedroht. Das sei nun vom Tisch, sagte Schäfer-Klug: „Im Engeneering bleiben alle Stellen erhalten.“

Die Absatzkrise in Europa macht Opel schwer zu schaffen, verursacht massive Verluste und man ist somit gezwungen die Kosten zu drücken. Bei der US-Mutter General Motors erwartet man zur Mitte des Jahrzehnts wieder schwarze Zahlen in Europa. Für Opel ist dies noch ein weiter Weg: 2012 verzeichnete GM in Europa einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro). Allein im Schlussquartal verloren die Amerikaner auf dem schwierigen europäischen Markt rund 700 Millionen Dollar – schwere Zeiten.

Auch 2013 wird ein schweres Pflaster werden, wie Opel-Personalvorstand Holger Kimmes erst am 25. Februar auf einer Betriebsversammlung in Bochum sagte: „Reden wir nicht lange drum herum: Auch 2013 werden wir noch deutliche Verluste schreiben.“ Neue Modelle, darunter das SUV Mokka und der Kleinstwagen Adam sollen dabei für etwas Aufwind sorgen.