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Die 50 Jahre Porsche 911 Sonderausstellung in Hamburg

Das Automuseum Prototyp liegt in der HafenCity in Hamburg und stellt dieser Tage eine Sonderausstellung anlässlich des 50 jährigen Jubiläums des Porsche 911ers aus. Die Auto im Test Redakteure Nicklas Westphal und John Mahlmann trafen die beiden Gründer Thomas König und Oliver Schmidt in ihrem Museum für ein ausführliches Interview und eine Besichtigung des Museums insbesondere der Sonderausstellung „50 Jahre Porsche 911“.

Die Idee

Die Vorstellung, irgendwann einmal ein Automuseum zu eröffnen sei schon immer ein Jugendtraum gewesen, so Oliver Schmidt. Beide Gründer sind bereits seit 15 Jahren leidenschaftliche Autosammler, die sich mit diesem Museum nach langer Zeit ihren Traum erfüllt haben. An der Idee aus der Sammelleidenschaft eine öffentliche Ausstellung zu machen fasziniert die beiden Gründer auch der Gedanke, dass so Arbeitsplätze geschaffen werden. Bei der Entwicklung war schnell klar, dass das Museum nicht nur auf die Fahrzeuge an sich, sondern auch auf die Menschen um die Autos herum eingehen soll, denn erst die Konstrukteure und Rennfahrer ermöglichten den Erfolg der Fahrzeuge. Die beiden Gründer wollen mit Ihrem Museum zeigen, dass es die Menschen sind, die die Autos herstellen, sie fahren, sie pflegen und weiterentwickeln. Darum auch das Motto des Museums „Personen. Kraft. Wagen.“.

Wie wir in dem Interview erfahren, war die Standortsuche ein sehr schwieriges Unterfangen. Nach langer Suche viel dann die Entscheidung auf die HafenCity. „Als ein innovativer Stadtteil schien uns die HafenCity genau richtig für ein so innovatives Konzept“, so Thomas König. Außerdem symbolisiere sie Aufbruch sowie Dynamik und ziehe ein junges Publikum an. Ein letzter Punkt der ebenfalls die Begeisterung für die Idee Automuseum ausgemacht hat bestand darin, dass mit diesem Projekt das Interesse für Autos sowie die Sammlerleidenschaft mit den erlernten Professionen verbunden werden kann. Thomas König ist Architekt und konnte seine Kenntnisse in die Gebäudegestaltung für das Museum einfließen lassen. Oliver Schmidt gab mit seiner Erfahrung aus Tourismus/Hotelerie sowie BWL wertvollen Input zum wirtschaftlichen Konzept.

Die Namensgebung

Um den Namen für das Museum zu verstehen, muss man zunächst das Konzept verstehen. Für Thomas König und Oliver Schmidt stand fest, dass das Museum sehr innovativ und modern gestaltet werden soll. Dies beinhaltet, dass die Fahrzeuge nicht wie gewöhnliche Ausstellungsstücke in einem Museum präsentiert werden, sondern eher wie ein nahbares Kunstwerk. So entsteht eine Erlebniswelt, die den Besucher die Faszination Auto erleben lässt und ein Gefühl von Freiheit hervorruft. „Ein Prototyp ist etwas unfertiges, er ist noch kantig und soll noch verändert werden. Wie auch unser Museum symbolisiert auch ein Prototyp in gewisser Weise Freiheit und Innovation“, erklärt uns Oliver Schmidt.

Die Porsche-Sonderausstellung

Für beide Gründer war schnell klar, dass sich die alljährliche Sonderausstellung dieses Mal dem Thema „Porsche 911“ widmet. Der Grund dafür liegt im Jubiläum dieses PS-Klassikers und in der privaten Faszination für die Marke Porsche. Herr König und Herr Schmidt haben bereits früh angefangen, gemeinsam Porsche zu sammeln und zu restaurieren. So war Porsche auch die Ausgangsbasis ihrer privaten Sammlung, bei der sie sich auf Fahrzeuge ab 1945 konzentrierten.

Die Frage, auf welche 911er sie besonders stolz sind, antwortete Thomas König sofort mit „der Porsche 959“. Dieser habe seiner Meinung nach eine ganz besondere Ausstrahlung, die er der Patina zu verdanken habe. Außerdem seien Spuren am Auto, die durch Menschen sowie die Natur gemacht wurden. Ein weiterer, sehr entscheidender Punkt, ist seine persönliche Beziehung zu dem Auto: Er ist bereits mit Herrn Schmidt zusammen mit dem quasi Nachfolger dieses Fahrzeugs – dem P Cayenne Transsyberia – Rallye gefahren. Oliver Schmidt hingegen hat einen anderen Favoriten. Für ihn ist der Porsche 754 T7 von 1959 ein ganz besonderes Auto. Dieser ist als eine Leihgabe aus Stuttgart im Museum vertreten und polarisiert sehr stark. „Entweder die Leute finden ihn spannend oder hässlich“, erklärt uns Herr Schmidt. Zwei von uns ausgewählte 911er genau unter die Lupe genommen:

Der Porsche 935 von 1977

Ein Wagen der uns in der Sonderausstellung besonders aufgefallen ist, ist der Porsche 935. Dieser ist in der Mitte des Ausstellungsraumes positioniert und damit ein absoluter Blickfang. Dabei handelt es sich um einen Rennwagen, der von 1976 bis 1981 auf Basis des Porsche 930 produziert wurde. Der Porsche 935 gehört bis heute zu den erfolgreichsten gebauten seriennahen Rennwagen. Mit dem Wagen gewann Porsche von 1976 bis 1979 vier Jahre hintereinander die Markenweltmeisterschaft. In Le Mans siegte der Rennwagen 1979 beim 24-Stunden-Rennen.
Gewichtseinsparung spielte bei diesem Wagen eine große Rolle. So wurden keine Dämmmaterialien verwendet. Die beiden Türen sowie die Heck- und Fronthaube wurden aus GFK gefertigt. In der Bugschürze ist mittig eine Öffnung für den Ölkühler und rechts und links davon Lufteinlässe zur Belüftung der vorderen Bremsanlage eingearbeitet. In der Fronthaube sind zwei Löcher für die Schnelltankanlage für den 120-Liter-Benzintank und eine Öffnung für den Ölbehälter.

Der 1998er 911er GT1

Direkt hinter dem 935 steht der GT1. Porsche feierte 1998 mit dem 911er GT1 einen Doppelsieg in Le Mans. Sein Nachfolger ist der Porsche Carrera GT, der nie zum Renneinsatz kam, dafür aber in Serie ging. Trotz der enttäuschenden Rennbilanz beeindruckt der GT1 mit seiner Optik. Ein riesiger feststehender Heckspoiler, ein Lufteinlassschlitz auf dem Dach, sowie riesige Außenspiegel und ein markante Wölbungen in den vorderen Kotflügeln ziehen garantiert den Blick eines jeden Museumsbesuchers auf sich.

Zukunftsmusik im Automuseum Prototyp

Im Interview erzählten uns die beiden Gründer, dass es noch nicht ganz klar sei, auf welche Sonderausstellung sich die Besucher als nächstes freuen können. Allerdings verriet man uns, dass sie bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken an eine Ausstellung über Filmautos spielen. Dies passe außerdem gut zum Namen, da dies ebenfalls Prototypen seien, die in der Form niemals serienmäßig gebaut wurden.

Die Veranstaltungflächen

In dem Museum sind neben den Ausstellungsräumen auch separate Veranstaltungsräume vorhanden. So bietet das Museum Räumlichkeiten für Veranstaltungen verschiedenster Größenordnungen, von 30 bis über 1200 Gäste. Die Vermietung dieser Flächen als Event-Locations war von Anfang an ein wesentlicher Teil des Konzeptes. Mehr unter www.prototyp-hamburg.de