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Der Mercedes SLS AMG Electric Drive in Paris

Auf dem Autosalon in Paris stellt Mercedes seinen SLS AMG als Elektro-Version vor. 552 kW hat der E-Sportler unter der Haube. Das macht ihn zum schnellsten E-Serien-Fahrzeug der Welt.

Das wird Audi gar nicht schmecken. Der Audi R8 e-Tron ist nicht mal auf dem Markt, da präsentiert Mercedes auf dem Autosalon Paris 2012 die Serienversion des Prototypen SLS AMG E-Cell. Wer den Prototypen mit 392 KW schon faszinierend fand, den wird der Electric Drive vom Hocker hauen, denn dieser hat Die vier Elektromotoren leisten gemeinsam jetzt 552 kW (750 PS) und stellen ein maximales Drehmoment von 1000 Newtonmetern zur Verfügung. Der Fahrer kann diese Energiegewalt aus dem Stand abrufen. Das klingt verrückt? Ja, das klingt es wirklich. Was ist bloß mit den Supersportlern los. Noch vor einigen Jahren waren solche enormen Leistungen nur bei einem Durchschnittsverbrauch von 25L aufwärts möglich. Und heute rast der SLS Electric Drive in gerademal 3,9 Sekunden auf Tempo 100-und dabei zeigt er sich noch als Vorbild für die Ressourcen unserer Erde. Bei Tempo 250 setzt die elektronische Abriegelung dem Vortrieb ein Ende. Für die Sicherheit sorgt die Keramik-Verbundbremsanlage. Eine Augenweihe ist sie obendrein.Die Scheiben messen vorne üppige 402 x 39 Millimeter und hinten 360 x 32 Millimeter.

Drei Fahrprogramme und Monster-Sound sorgen für Spaß im Elektro-AMG

Der radselektive, achsweise angeordnete Allradantrieb steuert die je 45 Kilo wiegenden Motoren einzeln an. Das Drehmoment wird so individuell verteilt. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Fahrer kann permanent wählen zwischen drei verschiedenen Fahrprogrammen. In „Comfort“ zeigt sich der Sportler komfortable und gutmütig. Für mehr Sportlichkeit sorgt das Sportprogramm. Im „Sport“ Modus ist der Wagen noch ausgewogen und gleitet dahin. Bei „Sport plus“ wird der E-Sportler dann ausgesprochen agil und lässt mit seinem lauten Brüllen andere Elektroautos beim Vorbeirasen erschaudern. Ja, Sie haben richtig gehört. Der SLS AMG Electric Drive hat trotz E-Motor einen brachialen Sound. Aber wie kann das sein? Die Experten von Mercedes haben ihrem Elektrorenner ein Soundsystem mit elf Lautsprechern verpasst. Die Passagiere kriegen so ein auf die jeweilige Fahrsituation maßgeschneidertes Fahrgeräusch aus den Boxen präsentieren: Ein dynamisch, knurrender Sound beim Beschleunigen und gedämpft bei gleichmäßiger Fahrt. Wie in einem Videospiel!

Das Rundum-sorglos-Paket für die Hochvoltbatterie

Aus zwölf Modulen mit je 72 Lithium-Ionen-Zellen besteht die 548 Kilo schwere Hochvoltbatterie des SLS AMG Coupé Electric Drive.60 Kilowattstunden Energie kann sie speichern. Die elektrische Belastungsmöglichkeit liegt bei 600 Kilowatt. In Formel 1 Manier wird die Batterie im Fahrbetrieb durch gezielte Rekuperation beim Verzögern aufgeladen. Ein elektrisches Heizelement bringt die Batterie bei niedrigen Außentemperaturen schnell auf Betriebstemperatur. Auch im Sommer ist die Batterie gegen hohe Außentemperaturen immun. Eine Klimaanlage greift dem Kühlkreislauf zusätzlich unter die Arme. Geladen wird der SLS Electric Drive am schnellsten mithilfe einer so genannten Wallbox. Bequem in der heimischen Garage lässt sich der Elektro-Sportler mit einer Schnellladefunktion mit 22 kW wieder aufladen. Nach gerade mal drei Stunden ist der SLS dann wieder bereit für wilde Abenteuer. Den Luxus namens Wallbox sollte man sich schon gönnen, denn ansonsten muss der SLS Electric Drive Fahrer sich in Geduld üben und sich etwa 20 Stunden gedulden. In einem Carbon-Monocoque im Mitteltunnel ist die leistungsfähige Batterie sicher aufgehoben. Sie ist fest mit der Aluminium-Karosserie verschraubt und verklebt. Mercedes profitiert hier von der langjährigen Formel 1 Erfahrung. Gemeinsam mit dem Sitz der vier Elektromotoren und der zwei Getriebe ergeben sich so ein tiefer Fahrzeugschwerpunkt und eine ausgeglichene Gewichtsverteilung.

Optische Kunstgriffe

Der Elektro-SLS AMG hat sich unter anderem einer Schönheits- OP unterzogen und einen CFK-Frontsplitter in Sichtcarbon montieren lassen. Kühlergrill und Luftöffnungen zieren den Elektro-AMG durch Luftöffnungen in Wabenform. Abgedunkelte Scheinwerfer und Heckleuchten, eine neue Heckschürze in Diffusor-Optik, spezieller Lack für die Leichtmetallräder im Fünf-Doppelspeichen-Design sowie der exklusive Mattlack „AMG Electricbeam magno“ sind weitere optische Highlights. Im Innenraum sind natürlich Sportschalensitze und zahlreichen Carbon-Elemente zu finden. Hinter dem neuen Lenkrad sitzt das neu gestaltete Kombiinstrument. Der Drehzahlmesser wird durch ein Power-Anzeige ersetzt. Wie alles im Leben hat aber natürlich der SLS AMG auch seinen Preis: 416.500 Euro. Das ist ein Wort. Dafür kann man sich aber den schnellsten E-Seriensportler namens Mercedes SLS AMG Coupé Electric Drive vor die Haustür stellen. Im Juni 2013 ist Marktstart.