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Bringt V-Power Kraftstoff wirklich mehr Leistung?

Kraftstoffe wie zum Beispiel V-Power von Shell oder Aral Ultimate sind deutlich teurer als herkömmlicher Kraftstoff, versprechen dafür aber auch Vorteile wie zum Beispiel Leistungssteigerung und einen geringeren Verbrauch.

Die großen Tankstellenketten wie Shell oder Aral bieten schon lange an ihren Tankstellen Kraftstofffe an, die preislich weit über Super 95 und Super Plus liegen. Die Kraftstoffe bieten laut Tankstellenkonzernen bis zu zehn Prozent mehr Leistung und ein um fünf Prozent höheres Drehmoment, und das bei einem niedrigeren Spritverbrauch. Zudem soll der teure Kraftstoff den Motor besonders schonen und sorgt für einen geringeren Schadstoffausstoß. Hört sich alles super an, aber kann das stimmen?

In den letzten haben viele Institutionen wie zum Beispiel der ADAC und verschiedene Hochschulen die Kraftstoffe genau unter die Lupe genommen. Alle kamen zu dem gleichen Ergebnis: Die Kraftstoffe bieten Vorteile gegenüber den Standardkraftstoffen, diese sind jedoch nicht groß genug, um den hohen Aufpreis zu rechtfertigen.

Kraftstoffe wie Shell V-Power oder Aral Ultimate bieten eine Oktanzahl von mindestens 100, während herkömmliche Kraftstoffe wie Super oder Super Plus über 95 bzw. 98 Oktan verfügen. Die Oktanzahl beschreibt die Klopffestigkeit des Kraftstoffes. Je niedriger die Oktanzahl, umso früher kann es zu ungewollten Selbstzündungen des Kraftstoffes kommen. In dieser Hinsicht bieten die teuren Spritsorten also einen deutlichen Vorteil. Allerdings können die meisten Motoren eine Oktanzahl von über 95 nicht umsetzen. Dadurch haben nur die Fahrer von leistungsstarken Sportwagen oder von Autos mit leistungsgesteigerten und auf die hochwertigen Treibstoffsorten optimierten Motoren einen Vorteil von Kraftstoffen wie V-Power und Aral Ultimate.

Wie wirkt sich der teure Kraftstoff auf die Leistung, Fahrleistungen und Drehmoment aus?
Das hat der ADAC anhand von vier Pks getestet: Einem Audi A3 2.0 FSI, Porsche Boxster, BMW 316i sowie einem VW Golf 1.4 16V. Das Ergebnis des ADAC: Die Leistungssteigerung lag bei maximal 2% und somit in einem nicht spürbaren Bereich.

Auch beim kleinen Sportwagen Porsche Boxster wirkt sich der teure Kraftstoff fast nicht positiv aus.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die Studenten der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, die einen Test mit dem Audi S4 Avant 4.2, Baujahr 1993, durchgeführt haben. Der maximale Leistungsunterschied zwischen den teuren Kraftstoffen und dem regulärem Super Plus mit 98 Oktan betrug dabei ebenfalls nur zwei Prozent. Ähnlich gering war der Unterschiede bei der Verbrauchsmessung.

Shell und Aral bieten auch Diesel in einer V-Power- bzw. Ultimate Version an. In einem ausführlichen Test ermittelte der ADAC zwar leicht bessere Ergebnisse als bei den Benzinfahrzeugen, allerdings waren die Fortschritte bei Leistung und Verbrauch immer noch zu gering, dass sich die Mehrkosten lohnen würden.

Inzwischen hat Shell allerdings seinen teuren Kraftstoff V-Power überarbeitet, seit Juni 2013 bietet das Shell die neueste V-Power-Generation an. Ob sich damit die versprochenen Fortschritte tatsächlich erzielen lassen, müssen neue Tests zeigen. Dabei ist aber auch zu beachten das herkömmliche Kraftstoffe wie Super und SuperPlus auch ständig weiterentwickelt werden.