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KFZ-Versicherung: Treue zahlt sich nicht aus

Der Wechsel der KFZ-Versicherung lohnt sich. Viele Anbieter werben mit Sonderangebote und Werbeprämien. Zudem sind Jahresbeiträge für Neukunden jetzt um 25 Prozent niedriger.

Viele Menschen werden die Tage die Beitragsrechnung ihrer KFZ-Versicherung erhalten haben und sich verwundert die Augen reiben. Denn seit Jahren ist es gängige Praxis der Versicherungsanbieter, den Jahresbeitrag ihrer Bestandskunden von Abrechnungszeitraum zu Abrechnungszeitraum anzuheben. Was blöd für die treuen und langjährigen Kunden ist, stellt sich schon seit jeher als äußerst lukrative Einnahmequelle für alle KFZ-Versicherer heraus.

Das Prinzip der KFZ-Versicherungsanbieter ist einfach – mit günstigen Angeboten sollen Neukunden an Land gezogen und mit attraktiven Konditionen langfristig gebunden werden, um diese dann nach einigen Jahren so richtig abkassieren zu können. Dieses Verfahren hat sicherlich Methode und ist zwar rechtlich nicht zu beanstanden, moralisch hingegen möglicherweise schon. Allerdings ist das Gebaren der KFZ-Versicherer auch nur so lange möglich, wie die Menschen nicht über die rechtlichen Möglichkeiten zum Wechsel ihres Anbieters aufgeklärt sind. Denn ein solcher Versicherungswechsel ist einfacher als mancher denken mag und nur mit wenigen rechtlichen Fallstricken verbunden.

Das ist beim Versicherungswechsel rechtlich zu beachten

Dennoch gibt es einige rechtliche Aspekte, die man berücksichtigen sollte, wenn man den KFZ-Versicherungsanbieter wechseln möchte. So geht bei den meisten KFZ-Versicherern jedes Jahr die Wechselfrist bis zum 30. November. Ein Kündigungsschreiben, welches erst nach diesem Datum bei dem Versicherer eingeht, besitzt rechtlich keinerlei Gültigkeit.

Mit wenigen Ausnahmen: Die Versicherung erhöht zum Ende des Jahres kurzfristig den Beitrag für den nächsten Abrechnungszeitraum. In einem solchen Fall kann ein Kunde das sogenannte Sonderkündigungsrecht geltend machen. Dieses besagt, dass man bei einer Beitragserhöhung oder einem Schaden am Fahrzeug über den 30. November hinaus den Versicherer wechseln kann. Konkret bedeutet das, man hat, zum Beispiel im Falle einer Beitragserhöhung, eine Frist von einem Monat, um die Kündigung zu vollziehen. Diese lässt sich dann zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Beitragserhöhung aussprechen. Das Sonderkündigungsrecht findet in den folgenden Fällen Anwendung:

  • Kündigung nach Beitragserhöhung
  • Leistungskürzung
  • Wechseln nach einem Unfall
  • Fahrzeugwechsel

Wer befürchtet, es gäbe Möglichkeiten, eine Beitragserhöhung unbemerkt durchzuführen, der sollte seine Sorgen schnell wieder vergessen. Denn die Versicherungsanbieter sind rechtlich dazu verpflichtet, im Zuge der Beitragsrechnung den Vergleichsbetrag anzugeben. Dieser gibt die genaue Höhe des vor der Erhöhung gültigen Beitrags an.

Vollkasko oder Teilkasko – welcher Versicherungsschutz ist der richtige?

Bei der Frage nach dem Umfang des Versicherungsschutzes scheiden sich die Geister. Jedoch machen die meisten diesen vom Alter und Wert des Fahrzeugs sowie der eigenen finanziellen Situation abhängig. So wird beispielsweise ein Vollkaskoschutz eher bei Neuwagen gewählt, wohingegen bei älteren Fahrzeugen meist zu einer Teilkaskoversicherung gegriffen wird. Allerdings sollte auch die eigene finanzielle Situation unbedingt berücksichtigt werden. Denn eine Teilkaskoversicherung deckt nur Beschädigungen durch Glasbruch, Wildunfälle, Elementarschäden wie Sturm und Hagel ab. Ebenso ist bei einer Teilkaskoversicherung der Schutz gegen Diebstahl des Fahrzeugs oder seiner Teile mit inbegriffen. Im Gegensatz dazu schützt eine Vollkaskoversicherung auch gegen selbstverschuldete Schäden. Bei Inanspruchnahme dieser Versicherung wird einem dann der gesamte Wiederbeschaffungswert erstattet. Teil- oder doch lieber Vollkasko?

Sollte man also bloß einen äußerst klamm gefüllten Geldbeutel zur Verfügung haben und somit nicht die Möglichkeit besitzen, zumindest einen Teil des Wiederbeschaffungswertes selbst zu zahlen. dann bietet sich eher ein Vollkaskoschutz an. Schließlich lassen sich selbstverschuldete Schäden nur in den seltensten Fällen gänzlich vermeiden. Teil- oder doch lieber Vollkasko? Das Online-Verbrauchermagazin Finanztip klärt auf.

Fazit – so günstig kann die neue Versicherung sein

Tarifvergleiche haben gezeigt, dass man durch einen Wechsel der KFZ-Versicherung bis zu 400 Euro sparen kann. So zahlt man etwa für eine Haftpflicht mit Teilkasko als Besitzer eines VW Polo bei dem Versicherer AllSecur einen Jahresbeitrag von rund 200 Euro. Und die Selbstbeteiligung liegt bei nicht mehr als 150 Euro. Unabhängige Institutionen wie die Stiftung Warentest haben anhand von Einzelfällen gezeigt, dass Bestandskunden teilweise einen Jahresbeitrag von rund 600 Euro zahlen. Führt man sich derartige Erkenntnisse immer wieder vor Augen, dann sollte man sehr schnell seine Abneigung gegen den bürokratisch oft sehr aufwendigen Weg des Versicherungswechsels verlieren.