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Kurzzeitkennzeichen – Änderungen ab 01.04.2015

Seit 1998 können nur noch Gewerbetreibende ein rotes Kennzeichen unter anderem für Probefahrten beantragen. Für Privatpersonen wurde deshalb das Kurzzeitkennzeichen eingeführt. Über dieses Kennzeichen können kurzzeitig Probefahrten oder Prüfungsfahrten durchgeführt werden. Aber wie kann ein Kurzzeitkennzeichen angemeldet werden und was sollte noch beachtet werden?

Inhaltsverzeichnis

Wie lange ist ein Kurzzeitkennzeichen gültig?

Die Gültigkeit beschränkt sich auf 5 Tage. Angegeben wird dieser Zeitraum über drei Zahlen, die sich auf dem gelben Streifen am Rand befinden. Diese drei Kennzahlen zeigen das genaue Datum der Zulassungsfrist an. Steht dort zum Beispiel 06/01/15, dann ist das Kennzeichen bis zum 6. Januar 2015 gültig.

Die Rechtslage bis zum 31.03.2015

Bis zum 31.03.2015 sah die Rechtslage im Bereich Kurzzeitkennzeichen so aus, dass mehrere Fahrzeuge nacheinander mit demselben K-Kennzeichen versehen werden konnten. Bis dato wurde es nämlich nicht explizit für ein bestimmtes Fahrzeug ausgegeben. Hinzu kam, dass die Fahrzeugdaten nicht amtlich festgehalten wurde, so dass es zu Problemen kam, wenn das Fahrzeug für Überfahrten ins Ausland genutzt wurde. Des Weiteren war der Antragsteller für die Überprüfung der Verkehrssicherheit vom Fahrzeug alleine verantwortlich. Eine Hauptuntersuchung war demnach nicht notwendig.

Die Rechtslage ab dem 01.04.2015

Die neue Rechtslage, die ab dem 1. April 2015 gültig ist, erschwert die Mehrfachnutzung des Kurzzeitkennzeichens, da bei der Beantragung eine amtliche Zulassungsbescheinigung erstellt wird. Das hat wiederum den Vorteil, dass Fahrten ins Ausland kein Problem mehr darstellen, da so eine rechtliche Grundlage geschaffen wurde. Des Weiteren kann das Kurzzeitkennzeichen nicht nur am Wohnsitz des Fahrzeughalters ausgestellt werden, sondern auch am Standort des Fahrzeugs. Wer so zum Beispiel einen neuen PKW in Köln kauft, obwohl sich der Hauptwohnsitz in München befindet, der kann das Kennzeichen auch direkt in Köln beantragen. Eine weitere wichtige Änderung bezieht sich auf die Hauptuntersuchung. Ohne Hauptuntersuchung dürfen Fahrzeuge nur noch vom Zulassungsbezirk bis zu nächsten Untersuchungsstelle gefahren werden. Im Fahrzeugschein vom Kurzzeitkennzeichen wird die nicht vorhandene Hauptuntersuchung vermerkt genauso wie die Beschränkung der Fahrt bis zur nächsten Untersuchungsstelle. Es gibt allerdings auch hier Ausnahmen. Wurden bei der Hauptuntersuchung Mängel am PKW festgestellt, dann dürfen Fahrten im Zulassungsbezirk und im angrenzenden Zulassungsbezirk durchgeführt werden, so dass diese durch eine Reparatur beseitigt werden können. Diese Regelung tritt nicht in Kraft, wenn der PKW verkehrsunsicher ist. So wird die Teilnahme von verkehrsunsicheren Fahrzeugen am Straßenverkehr verhindert.

Kurzzeitkennzeichen

Wie wird ein Kurzzeitkennzeichen beantragt?

Beantragt wird das Kennzeichen über die Zulassungsstelle/Straßenverkehrsamt. Die Kosten belaufen sich auf um die 40 Euro und ergeben sich aus den Kosten für das Schilderpaar und den Verwaltungsgebühren. Bei der Beantragung muss ein gültiger Versicherungsschutz nachgewiesen werden. Dies erfolgt über die Vorlage einer elektronischen Versicherungsbestätigung, sprich über eine eVB-Nummer oder Deckungskarte der Versicherung. Des Weiteren wird ein Reisepass mit Meldebescheinigung oder ein Personalausweis benötigt. Das beantragte Kurzzeitkennzeichen ist nur für das jeweilige Fahrzeug gültig, welches bei der Anmeldung angegeben wurde. Erlaubt sind mit dem Kennzeichen zudem nur Fahrten, die bestimmten Zwecken dienen. Dazu gehören Fahrten zum TÜV, Probefahrten und Überführungsfahrten. Bei Überführungsfahrten ins Ausland sollte man aber vorsichtig sein, nicht alle Länder akzeptieren das Kennzeichen. Innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten gilt seit 2007 aber eine Anerkennungspflicht. Des Weiteren wird es von folgenden Ländern in der Regel akzeptiert: Mazedonien, Iran, Weißrussland, Bosnien und der Schweiz.