Folge Auto im Test auf Facebook:

Der Aston Martin Grand Vantage S Roadster im Test

Es ist der letzte sonnige Tag in diesem Jahr und wir haben einen schwarzen Aston Martin Grand Vantage S Roadstar, mit 436 PS unter der Haube, zum Test vor uns. Das bedeutet: Motor an, Verdeck auf und den Fahrtwind durch die Haare streifen lassen.

Exterieur und Design

Die Herbstsonne spiegelt sich im schwarzen Lack. Die Frontlippe ist aus Carbon gefertigt, der markante Seitenschweller ist ebenfalls ein Blickfang. So wirkt Aston Martin sehr ausdrucksstark und blickt uns böse entgegen. Auch am Heck dominiert Carbon, der Heckdiffusor ist sehr sportlich mit seinen Lufteinlässen. Die beiden dicken Endrohre an den Seiten bestehen aus Edelstahl und sind mit aktiven Abgasklappenventilen ausgestattet. Der Tankverschluss ist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. Die typischen Aston Martin Türgriffe, die man auf der einen Seite eindrücken muss damit man die Tür öffnen kann, sind ebenfalls ein nettes Extra und sehr hochwertig verarbeitet. Bei dem Modell, welches uns zum Test vorlag, waren 20 Zoll Virage-Felgen montiert. Diese passen, obwohl sie eigentlich für den Virage vorgesehen sind, auch bestens zu dem Grand Vantage S.

Interieur

Zum Interieur muss man klar sagen: Dieses ist eines der am besten verarbeiteten Cockpits, welches wir jemals getestet haben. Wo das Auge auch hinblickt, es fällt einem schwer Plastik zu entdecken. Alles ist mit feinstem Leder handverarbeitet, sogar die Schminkspiegel sind mit Alcantara-Leder überzogen. Dank des Sportshift-Modells ist das Lenkrad mit Schaltwippen ausgestattet. Die schwarzen Ledersitze haben einen weißen „Vantage S“-Schriftzug. Diese sind 17 kg leichter, als die des Vorgängermodells. Blickt man nach hinten fällt einem das sehr eingeschränkte Platzangebot auf, denn unmittelbar hinter den Rückenlehnen ist Schluss.

Leistung und Technik

Acht Zylinder hat er im Motor, die unentwegt arbeiten um den Grand Vantage S nach vorne zu preschen. Der Motor besteht vollständig aus einer Aluminiumlegierung und hat 32 Ventile die 426 Pferdestärken versogen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 305 km/h. Soviel zur Motorentechnik. Das Infotainment-System hingegen ist etwas veraltet. So gibt es zum Beispiel keine Bluetooth Schnittstelle und das Navigationssystem wirkt ebenfalls etwas alt. Das Soundsystem stammt aus dem Hause Bang & Olufsen. Durch einen Knopfdruck fahren die natürlich sehr luxuriös designten Hochtöner aus dem Armaturenbrett und zaubern erstklassige Klänge ins Innere des Aston Martin.

Fahrerlebnis

Unsere Testfahrt beginnen wir, wie immer, zum warmfahren in der Innenstadt. Als erstes fällt uns der brachiale Sound des Vantage S auf. Ab 3.500 Touren wird der Wagen, dank des neuen variablen Einlasssystems und des durchlassfreudigeren Auspuffs, sehr laut und lässt ein typisches V8-Wummern ertönen, insbesondere wenn der Sport-Modus eingestellt ist. Bei der Beschleunigung entfaltet sich der voluminöse Sound und wird nur kurz von den Schaltpausen des neuen automatisierten Siebenganggetriebes unterbrochen. So schallt es den ganzen Nachmittag über die Teststrecke, auf der wir nach bereits 4,5 Sekunden Tempo 100 erreichen. Was wohl jedem, der das erste Mal Aston Martin fährt auffällt, bleibt auch bei diesem Aston Martin nicht aus- das kurze „Nickmoment“ zwischen den Gangwechseln. Wenn der Vantage S richtig durchstartet und das Automatikgetriebe in den nächsten Gang schaltet ruckt es im ganzen Fahrzeug, sodass unsere Köpfe kurz nach vorne nicken. Dies soll wohl ein sportlichere Fahrgefühl vermitteln, kann auf Dauer aber etwas anstrengend sein.

Durch die elektrohydraulisch gesteuerte Box von Graziano wird zwar Gewicht eingespart, in Sachen Geschwindigkeit und Schaltqualität sind aber Einbußen gegenüber dem Doppelkupplungsgetriebe zu verzeichnen. Der neue Grand Vantage S hat kräftigere Bremsen, ein modifiziertes Fahrwerk, breitere Reifen und einstellbare Regelschwellen beim elektronischen Stabilitätsprogramms erhalten. Mit seiner direkter übersetzten Lenkung greift sich der perfekt ausbalancierte, traktionsstarke 1,6-Tonner Kurven noch trockener als bisher, bleibt lange neutral, presst fein dosierbar, aber nachdrücklich heraus.

Kosten

Der Aston Martin Vantage S startet ab 132.000 Euro, den Roadstar gibt es ab 143.000 Euro. Der Verbrauch ist mit 19,2 Litern innerorts und außerorts mit 9,3 Litern angegeben. der Testverbrauch lag innerorts bei sportlicherer Fahrweise bei ca. 21,8 Litern und außerorts bei rund 11,5.

Fazit

Der Aston Martin Vantage S ist eindeutig ein ganz besonderes Auto. Der wummernde V8-Sound, die Beschleunigung, das Design und natürlich die erstklassige Verarbeitung des Innenraums- alles passt beim Aston Martin Grand Vantage S bestens zusammen. Das Roadstar-Modell egnet sich natürlich besonders gut für die Sommermonate. Für den Rest des Jahres sollte man sich jedoch lieber ein anderes Fahrzeug zulegen, denn der Aston Martin ist alles andere als Alltagstauglich. Das mangelnde Platzangebot, sowie die sehr gewöhnungsbedürftige Art zu schalten machen den Wagen zu einem kompromisslosen Sportwagen, der als ein reines Spaßauto fungiert.