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Heißer Kampf zwischen drei sportlichen Coupé

Es ist sehr schwer sportliche Coupés abseits des Mainstreams zu finden. Noch schwerer ist es dann, wenn diese auch noch für rund 30.000 Euro zu haben sein sollen. Zum Glück gibt es da noch einige Anwärter auf den Titel des besten Fahrzeugs dieser Kategorie.

Da wäre zum Beispiel der Subaru BRZ. Ein Auto für Menschen, die nicht gerne wählen und große Entscheidungen treffen. Denn den Subaru BRZ gibt es nur in zwei Versionen zu kaufen und mit optionalen Lederpolstern. Das war’s! Und auch ansonsten ist der Japaner recht simpel gestrickt: Schwarzer Kunststoff, knisterfrei verarbeitet, teils weich geschäumten Oberflächen und sportlich passender Ergonomie trotz grobrasteriger Lehnenverstellung. Die Instrumente sind leicht ablesbar und eine historische Nippon-Digitaluhr mit drei Verstelltasten ist vorhanden. Ein rundes Lenkrad ohne Tasten finden Subaru BRZ Fahrer vor. Große Modifikationen sind im Subaru nicht zu machen. Lediglich ein zweistufig deaktivierbares Stabilitätsprogramm bietet Gelegenheit zum Ausleben des Spieltriebs.

Die Konkurrenz, in diesem Fall der Audi TT 2.0 TFSI und der Peugeot RCZ zeigen sich nicht so simpel. Ein unten abgeflachtes Lenkrad mit vielen Tasten wird hier verwendet. Audi setzt auf viel Finesse im Innenraum. Ein feines Spaltnmaß, exakt laufende Regler und echtes Metall verleihen dem TT Interieur viel Ästhetik. Peugeot hat seinen RCZ sehr viel Eleganz verliehen und bietet ein Aufpreis pflichtige Belederung über das komplette Armaturenbrett an. Natürlich ist es ein unglaublich tolles Gefühl in einem Auto mit voll belederten Armaturenbrett zu fahren. Anders sieht es jedoch bei der elektronischen Regelung aus, bei der der Audi lediglich vorn eine Regelung besitzt. Der Subaru hat ein mechanisches Torse-Sperrdifferenzial zwischen den Hinterrädern.

Großer Auftritt, kleiner Motor: Der Peugeot RCZ macht mächtig Dampf

1,6 Liter ist sein Motor groß, turbogeladen und im Overboost 275 Newtonmeter stark. Die exakt geführte Sechsgangbox ist so kurz übersetzt, dass die Drehzahlmessernadel bei Hochgeschwindigkeit im roten Bereich verkehrt. Der Peugeot RCZ macht subjektiv also viel Druck und röhrt dominanter als der Audi TT mit seinem 2 Liter TFSI Motor. Dieser liefert 350 Newtonmeter von 1.600 bis 4.200/min und ist 211 PS stark. Die Spitzenleistung liegt bei 4.300/min. Der Audi TT nimmt daher alles gelassener und bindet den Piloten weniger innig an Kupplung und Schaltung. Unauffällig, effizient, doch nicht langweilig!

Redakteur Nicklas Westphal drückt den Startknopf, tritt das Gaspedal durch und rast davon. Die geringe Schwungmasse und der Verzicht auf einen Turbolader sind beim Boxermotor vom ersten Meter an erlebbar. Der Durchzug soll durch die kombinierte Einspritzung verbessert werden und den Verbrauch reduzieren.

Gutes Reaktionsvermögen der Subaru BRZ

Er ist spritzig, er ist spontan. Der Vierzylinder-Saugboxer reagiert unglaublich schnell auf Pedalbefehle. Bis 5.000/min passiert beim Subaru nicht viel. Ein verheerender Fehler? Allerdings, denn die beiden Kontrahenten zersägen den BRZ mit ihren Turbos so unglaublich. Der Durchzug ist nicht vergleichbar.

Ein emotionales Plus für den BRZ

Es ist als wolle der Wagen den Fahrer verführen. Er schmeichelt ihm mit einem unglaublichen Motorsound und lässt ihn hören, wie er aus den beiden 86er-Rohren wütend seine Luft ausstößt. Nach jedem Gangwechel knurrt er immer wieder erneut in Richtung roter Bereich. Emotional lässt der Wagen einen denken, man sei der Schnellste und Beste Fahrer auf der Straße.

In Sachen Agilität macht dem Subaru so schnell keiner was vor

Wer kann schon mit der Agilität eines 1.255 Kilogramm leichten, hinterradgetriebenen Coupé mithalten? Die elektrische Lenkung mit genau passender Unterstützung baut direkten Kontakt zur Straße auf, der Subaru BRZ folgt spontan. Keine Untersteuerung, er geht zur Neutralität über und wechselt auf Wunsch durch Druck auf Gaspedal ins Übersteuern.

Die Elektronik ermöglicht Anfängern durch deutliches Eingreifen ein kontrolliertes Driften. Ist die Elektronik ausgeschaltet muss der Fahrer wissen was er tut. Denn wenn der BRZ sich auf der Piste selbständig macht wird es ernst. Sicher unterwegs ist er damit allemal – Nichts desto trotz setzt sich der Peugeot RCZ im Parcours durch. Auf unruhiger Piste ist er jedoch von seiner stößigen Lenkung etwas behindert.