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Der Chevrolet Camaro SS im Test

Chevrolet Camaro – dieser Name steht für US-Cars, es ist quasi der Inbegriff von großvolumigen Ami-Schlitten die mit lautem Motorsound durch die Straßen ziehen. Wenn dann noch der Namenszusatz „SS“ am Kühlergrill zu finden ist, dann brennt wirklich die Luft und jedes Herz eines US-Cars Liebhabers schlägt deutlich höher. Dieses Prachtstück durften wir uns für einen ausführlichen Test vornehmen. Die Autovermietung „Carisma Mobil“ hat uns ihr Fahrzeug dafür zur Verfügung gestellt.

Exterieur und Design

Der Camaro SS ist, wie es sich für ein echtes US-Car gehört, extrem bullig. Steht man vor dem Wagen fällt die Fahrzeugbreite auf die durch die Verbreiterungen an den hinteren Kotflügeln besonders gut hervorgehoben wird. Die Front ist, wie man es seit je her kennt, in typischer Camaromanier gewölbt. Auf dem Kühlergrill zwischen den Abblendscheinwerfern steckt das goldene Chevrolet-Emblem, rechts daneben der Schriftzug „SS“. Auf der Motorhaube ist mittig eine Wölbung, die eine Mini-Hutze andeutet und sich auch auf dem Dach fortsetzt.

Interieur

„Die Amis immer mit ihrem Plastik“. Diesen Spruch muss man sich häufig über amerikanische Autos anhören. Auch wenn sich die amerikanischen Autobauer in den letzten Jahren in diesem Punkt tendenziell verbessert haben, so muss man den bösen Zungen hier dennoch Recht geben. Es ist leider sehr viel Plastik verbaut. Und das ist auch eine der ersten Sachen die auffallen wenn man sich hinein setzt. Das Handschuhfach, die Türverkleidung, die Armaturen inklusive Armaturenbrett- Plastik soweit das Auge reicht. Aber dass dieser Wagen in Sachen Interieur nicht mit einem deutschen Fahrzeug zu vergleichen ist sollte ja klar sein.

Camaro SS 17

Die Ledersitze hingegen sind gut verarbeitet, das Auto bietet einen großen Kofferraum. Und wer vorhat jemanden zu entführen und im Kofferraum zu transportieren, der sollte sich ein anderes Auto aussuchen, denn der Camaro hat an der Innenseite des Kofferraumdeckels eine Notschlaufe zum betätigen des Öffnungsmechanismus.

Leistung und Technik

V8, 6,2 Liter Hubraum, 432 PS bei einem max. Drehmoment von 569 NM bei 4.600 Umdrehungen in der Minute und von 0 auf 100 in 5,2 Sekunden- das ist doch mal eine Ansage! Der Camaro SS trumpft mal wieder mit starken Daten auf. Aber spiegelt sich das was auf dem Papier steht auch auf der Straße wider? Wir haben dies in unserem ausführlichen Test auf unserer Teststrecke geklärt.

Fahrerlebnis

2 Testtage 2 verschiedene Erlebnisse. Scheint doch am ersten Tag die Sonne noch freundlich vom Himmel und lässt uns den Frühling in Hamburg erleben, wohingegen am zweiten Testtag der Himmel dunkelgrau gefärbt ist und immer wieder kräftige Güsse auf die Straßen loslässt. Bei trockener Fahrbahn macht der Camaro SS wirklich Spaß. Als wir auf der Teststrecke das Gaspedal runterdrücken schiebt der Ami richtig an. Auch in den Kurven macht es mit dem Camaro wirklich paß. Enge Kurven lassen sich auch mit dem Heckantrieb kontrolliert passieren. Auch ein kontrolliertes Driften ist optimal möglich- mit oder ohne Handbremse. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, dann ist der Chevi abgeregelt.

Camaro SS 10

An nassen Tagen sieht das leider gänzlich anders aus. Wer versucht Kurven wie gewohnt zu durchfahren der wird ganz schön staunen wenn das Heck stark ausbricht und mehrmals kräftig hin und wankt- trotz ESP! Wer bei 6,2 Litern Hubraum einen satten Sound erwartet der wird enttäuscht sein. Wenn nicht ein entsprechend lauter Auspuff verbaut ist, ist der Camaro SS trotz großen Hubraums nämlich ein eher stiller Zeitgenosse. Kein blubbernder V8 Sound im Stand, kein übertriebenes Brüllen beim Gasgeben. Der Motorsound ist auf ein Minimum reduziert.

Kosten

Der Grundpreis des Camaro SS beträgt ca. 50.000 Euro, doch die großen Kosten liegen beim Chevy nicht in der Anschaffung sondern im Unterhalt. Dass die 6,2 Liter sich an der Zapfsäule bemerkbar machen sollte wohl jedem klar sein. Mit mindestens 20 Litern ist man innerorts dabei, realistisch sind eher 22. Außerorts sind es zwischen 10 und 12 Litern bei entspannter Fahrweise.

Fazit

Zwei tolle Testtage liegen hinter uns, wobei uns auch trotz des schlechten Wetters ein aufschlussreicher Test gelungen ist. Der Camaro SS macht seinem Namen mal wieder alle Ehre was Design und Beschleunigung angeht. Die größten Negativpunkte sind das nüchterne Cockpit, der minimierte Motorsound und das Fahrverhalten bei nasser Straße. Wer Wert auf einen satten Sound legt ,sollte also über entsprechende Auspuffanlagen nachdenken. Und was das Fahrverhalten angeht? Nur bei Sonnenschein! Wenn es der Geldbeutel mitmacht am besten für die nassen Tage noch einen Allradler in der Garage haben.