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Der Audi TT RS im Test

Das Kürzel RS löst seit Jahrzehnten schon Begeisterung bei Autofans aus. Es für „Racing-Sport“. RS- Zwei Buchstaben die mehr sagen als 1000 Worte. Allein diese beiden Buchstaben auf dem Heck eines Autos drücken den Anspruch aus, der Beste, der schnellste und der stärkste auf der Straße zu sein.

Es ist das Bestreben nach Einzigartigkeit, die Gier nach dem Sound eines aufheulenden Motors, der Alphatierinstinkt was Menschen antreibt sich hinter das Lenkrad eines RS Monsters zu setzen. Es liegt in unserer Natur. Es ist wie ein Kräftemessen zwischen Fahrer und Wagen. Ist man als Fahrer stark genug um das Untier zu bändigen? John und ich steigen ein in den TTRS um dies herauszufinden.

Aufwärmen in der Stadt

Ein 5 Zylinder Turbo Motor mit satten 340 Pferden unter der Haube sind schon ein Wort. John steckt den Schlüssel in den Schlitz, Zündung, der Drehzahlmesser schnellt einmal auf symbolisch auf 8000 Touren und der TT RS brüllt wütend auf. Um den Motor schonend auf den Test in seinen Grenzbereichen vorzubereiten, fahren wir ihn erst einmal ein wenig in der Stadt warm. Derweil haben wir ein wenig Zeit um dem tollen Interieur unsere Bewunderung zu schenken. Die hell beigen Ledersitze mit den schwarzen Ziernähten sorgen für ein sportliches Sitzgefühl. Auf den Kopfstützen ist der TT RS Schriftzug sehr schön herausgearbeitet. Hinten befinden sich wie gewohnt im Audi TT Notsitze. Die Rückbank ist komplett durchgeledert- sehr hochwertig. Die aus Edelstahl bestehende Mittelkonsole wird durch eine schöne Lederverarbeitung veredelt und wirkt sehr sportlich, gerade auch durch den markanten TT RS Wählhebel.
Das Bose Soundsystem liefert hochwertigen Klang, wie immer. Beim Audi TT RS ist aber nicht nur der Sound aus den Boxen absolut sensationell. Sobald der 340 Pferde starke Motor seine 5 Zylinder in Gang setzt und seinem Gebrüll durch den Klappenauspuff erster Güte Luft macht, zieht der TT RS alle Blicke auf sich.

Böser Blick, grelle Farbe, frecher Sound

Den Audi TT RS wegen seiner Größe nicht ernst zu nehmen, wäre einer der größten Fehler, den ein Autofahrer machen kann. Der blaue Kraftprotz blickt seine Herausforderer aus seinen zugekniffenen Bi-Xenon Scheinwerfern grimmig an. Die ganze Front sieht sehr aggressiv aus: Der schwarze Kühlergrill mit TT RS Schriftzug darin und die farblich abgesetzte Frontschürze schweben knapp über dem Asphalt. Auch die links und rechts groß angelegten Lufteinlassschlitze in Schwarz sind sehr markant und unterstreichen den Charakter des TT RS- ganz nach dem Motto „Who the fuck you think you are?“. Ein Auto, das jedem zeigen will was in ihm steckt. Und der TT RS meint es wirklich ernst- verdammt ernst! Der feststehende Spoiler und der TT RS Schriftzug am Heck sind sehr markant und signalisieren jedem herannahenden Fahrzeug „Leg dich nicht mit dem Falschen an!“.
Der Tacho geht bis 310 km/h. Zufall? Nein! Der Wagen zeigt sich auch hier extrovertiert und warnt den Fahrer mit einem angriffslustigen Unterton davor, ihn nicht mit dem normalen Audi TT zu verwechseln.

Aggressiv, agil, extrovertiert- Der TT RS will es jedem beweisen

Das Gas- und Bremspedal in ihrem sportlichen Edelstahllook vordern den Fahrer nur so heraus ordentlich drauf zu treten. Sie betteln geradezu danach getreten zu werden und die G-Kräfte sich im Auto entfalten zu lassen. Diesen Gefallen wollen wir dem kleinen, blauen Muskelprotz natürlich tuen. Wir schalten den Wählhebel auf „S“ und ESP auf „Off“. Der Wagen ist mittlerweile mehr als warm gefahren und wir wollen dem TTRS die Möglichkeit geben uns zu zeigen was er drauf hat. An einer Ampel kommt der Wagen zum stehen- die beste Gelegenheit die serienmäßig vorhandene Launch- Control zu testen. Ich drücke Gas und Bremse gleichzeitig, die Drehzahl schießt in die Höhe und der Klappenauspuff sorgt für erstaunte Blicke von den Passanten. Als die Ampel auf Grün springt und ich die Bremse loslasse rast der Blaue Wirbelwind mit quietschenden Reifen schlagartig los und lässt alle anderen im Rückspiegel verschwinden. Der Klappenauspuff leistet ganze Arbeit und sorgt für einen unglaublich, brüllenden Sound. Audis Sportler reist seine Klappe soweit auf, dass er sich anhört wie ein Supersportler- er riskiert eine wirklich dicke Lippe. Aber wer es sich erlauben kann, braucht nichts zu befürchten. In nur 4,4 Sekunden knacken wir die 100er Marke, dabei fühlt es sich an als würden wir gerade mal 70 fahren. Wie in Rage zucken meine Zeigefinger und betätigen immer wieder die Schaltpedals. Beim Hochschalten ist das Zischen der Turbolader jedes Mal gut aus dem Gebrülle des Motors herauszuhören. Der satte Auspuffsound hört sich selbst im Cockpit einfach unglaublich an, Passanten könnten klagen wegen Lärmbelästigung. Der RS ist so wendig, dass wir uns im vollem Spurt durch die anderen Autos schlängeln können.

Das am unteren Ende abgeschnittene Lenkrad liegt dabei sehr gut in den Händen. Auch die Lenkung ist einfach perfekt für das Auto. Sie ist nicht zu direkt, sodass der Wagen zwar einerseits sehr agil ist, andererseits aber stabil und bestimmt auf der Straße liegt. Das ist auch nötig um den unentwegten Vorwärtsdrang zu bändigen und die 340 PS kontrolliert auszunutzen. Der Quattro Antrieb macht blitzartiges Anfahren auch bei Nässe möglich und verhindert ein Ausbrechen des Hecks. Trotz wahnwitziger Fahrweise zeigt uns der Wagen einen Verbrauch von 20 Litern Kraftstoff auf 100 km. 20 Liter klingt zwar nicht wenig, in Anbetracht der Fahrweise ist dies jedoch ein durchaus sparsamer Verbrauch. Der TT RS hat also neben seinem sportlichen, Hochleistungscharakter auch wirtschaftliche Aspekte.

Bremstest aus voller Fahrt

Gut zupackende Bremsen sind natürlich das A und O bei einem so agilen Flitzer wie dem TT RS. Deshalb stattet Audi unseren kleinen Sportler mit einer Sport Bremsanlage aus. Die schwarzen Bremsklötze sind mit einem „RS“ Schriftzug versehen und blicken durch die 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen durch. Eine wirklich tolle Kombination die dem Auto eine ausgesprochen ästhetische Seitenansicht verlangen. Doch können die Bremsen auch die Erwartungen erfüllen, die ihr Aussehen weckt? Wir haben dies selbstverständlich getestet.
Wir beschleunigen den blauen TT RS und simulieren eine Gefahrensituation. Bei Tempo 70 trete ich das Bremspedal voll durch. Durch das feste Zupacken der bremsen werden wir nach vorne gedrückt, dir Reifen quietschen kurz und die Bremsanlage hat den Wagen zum stehen gebracht.

Der blaue Sportwagen in der Natur

Für unser Fotoshooting haben wir uns einen Platz im schönen Övelgönne ausgesucht. Es ist ein sehr besonderes Bild, welches sich uns bietet. Der sonst so angriffslustige Sportwagen ist nun umgeben von grünen Wiesen, Bäumen und der Elbe. Auch der Kontrast zwischen dem knalligen Blau und den natürlichen Grün- und Blautönen der Landschaft ist für jeden Autofan einfach traumhaft. Während des Shootings bemerken wir, dass der Kofferraum für einen Sportwagen ungewöhnlich groß ist. Auch die Rückbank ist umklappbar, so dass man Problemlos auch den einen oder anderen Möbeleinkauf transportieren kann. Wenn es nicht gerade ein Sofa oder ein Bett ist natürlich. Auch der Motorraum bleibt vor unseren Kameralinsen nicht verschont. Der fünf Zylinder- Motor ist gut aufgehoben in einem übersichtlichen und edlen Motorraum. Die Carbonverarbeitung verleiht sogar dem Motorraum etwas einzigartiges und deutet auf die Hochwertigkeit des gesamten Wagens und der Verarbeitung hin.

Unser Fazit

In erster Linie hat uns dieser Supersportler in zwei Aspekten überzeugt: Der unglaubliche Sound und das aggressiv, agile Fahrverhalten. Diese Kombination führt zu einem überragenden Fahrspaß. Vergleicht man den TT RS mit anderen Sportwagen wie Porsche, Maserati und Co. lässt sich festhalten, dass in Sachen Sound Audis Sportler definitiv mitmischen kann. Wenn man zu diesen emotionalen Erfolgen des Wagens noch den Räumlichkeitsaspekt und die Wirtschaftlichkeit addiert, sollte die nächste Kaufentscheidung doch bereits gefallen sein- oder etwa nicht?