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Das neue Jaguar F-Type R Coupé im Test – Ein Sportwagen im Raubkatzen Gewand

Satte 550 PS, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 4,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeiten von 300 km/h machen den neuen Jaguar F-Type R zu einem rassigen Sportwagen im Katzengewand. Bereits im letzten Jahr hatten wir das Jaguar F-Type S Cabrio mit 380 PS 6-Zylinder Motor im Test und konnten uns nun auch von dem Spitzenmodell des englischen Automobilherstellers überzeugen.

Exterieur und Design

Wie auch bei dem F-Type Cabriolet fasziniert das Exterieur-Design bereits beim erste Sichtkontakt mit dem Coupé. Zugegeben, das Design des Spitzenmodelles unterscheidet sich kaum von dem der Modellen mit kleinerer Motorisierung. Nur die R-Embleme, die vier außen-angesetzten Endrohre und der atemberaubende Sound lassen erahnen, welcher Motor sich unter der Motorhaube versteckt. Doch zum Sound möchte ich erst später meine Begeisterung kundtun.

Jaguar F-Type R Coupé

Mit dem neuen F-Type hat der Chefdesigner Ian Callum dem britischen Automobilhersteller nach der XF-Reihe von 2008 und der XJ-Reihe von 2009 ein weiteres Meisterwerk geformt. Der Sportwagen besticht durch eine elegante und zugleich sportliche Form mit langgezogener Motorhaube, kurzer Fahrgastkabine und ebenso kurzem Heck. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Aston Martin V8 Vantage Coupé lässt sich jedoch nicht verleugnen. Dieser Umstand muss allerdings nicht als negativ Kritikpunkt aufgefasst werden. Ganz vermeiden lässt sich die negative Kritik indes nicht, denn der ausfahrbare Heckspoiler passt nach unserer Meinung nicht wirklich in das ansonsten erstklassige Gesamtbild des Jaguar F-Type R. Die elektrisch ausfahrenden, in die Karosserie eingesetzte Türgriffe lassen uns diesen Kritikpunkt jedoch schnell wieder vergessen. Ein Gimmick das nicht nur nett anzuschauen ist, sondern zugleich der Ergonomie dient.

Interieur

Auch der hochwertige Innenraum imponiert bereits beim Einsteigen in das Gefährt. Die schmal geschnittenen, ergonomischen Sportsitze, welche sich von der Schulterpartie bis zur Sitzauflage mit einem 14/14-Wegesystem verstellen lassen, das hochwertige Sportlenkrad und Armaturenbrett aus Leder, sowie die Aluminium-Paneelen überzeugen auf ganzer Linie. Ebenso überzeugend ist das Multimedia-System mit Touchscreen-Display, Navigationssystem mit dynamischer Routenführung, Rückfahrkamera und 770-Watt Meridian-Soundsystem. Lediglich die Kartendarstellung lässt etwas zu wünschen übrig.

Jaguar F-Type R Coupé

Leistung und Technik

Bereits beim ersten Blick auf die analogen Rundinstrumente, welche aus einem Drehzahlmesser mit einem maximalen Drehzahl von 8.000 UpM und eine Geschwindigkeitsanzeige von bis zu 300 km/h besteht, lässt sich die Leistung des Sport-Coupés mutmaßen. Von einem 5.0-Liter V8 Kompressormotor angetrieben, bringt der Jaguar F-Type R 550 PS (405 kW) und damit stolze 170 PS mehr als sein kleiner Bruder, der F-Type S, auf den Asphalt. Mit einer 8-Gang Quickshift-Automatik schafft es die rassige Wildkatze im Sprint von null auf Tempo 100 in nur 4,2 Sekunden. Werte, welche sich mit denen des Porsche 911 Carrera S und Audi R8 V8 4.2 FSI vergleichen lassen.

Fahrerlebnis

Das Drücken des Startknopfes lässt jegliche Nackenhaare aufstellen, denn der Motor des F-Type R brüllt seinem Fahrer bereits beim Start entgegen. Schuld hierfür ist die Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung und vierflutigen Abgasendrohren, welche einen voluminösen Sound mit reichlich vielen, vermeintlichen Fehlzündungen wiedergibt und zum Beschleunigen einlädt. Durch eine Soundtaste lässt sich der Sound der Wildkatze leicht zähmen, sodass eine entspannte Fahrt durchaus möglich ist. Bei unserem Test wurde dieser Taste selbstverständlich kaum Beachtung geschenkt.

Doch nicht nur der Sound, sondern insbesondere auch das Fahrverhalten brilliert ausnahmslos. Durch die sogenannte Torque Vectoring-Technologie, welche in Kurvenlage das innere Hinterrad kontrolliert abbremst und mehr Leistung an das äußere Hinterrad abgibt, gleitet der 1.665 Kilogramm schwere Sportwagen durch die Kurven. Die extrabreite 20-Zoll Bereifung verschafft dem Coupé zusätzlich ein spürbar verbessertes Kurvenverhalten, im Vergleich zum vorab getesteten F-Type S Cabrio. Von der DSC-Taste sollten Fahranfänger hingegen die Finger lassen, ist das DSC-System (Dynamic Stability Control) erst einmal deaktiviert, lässt sich der Sportbolide mit Hinterradantrieb nur schwer handeln.

Kosten

Das Jaguar F-Type R Coupé wird mit einem Einstiegspreis von 103.700 Euro gehandelt, sodass der Käufer satte 25.200 Euro mehr als für das Jaguar F-Type S Coupé mit 380 PS (280 kW) und rund 36.700 Euro mehr als für das Einsteigermodell mit 340 PS (250 kW) berappeln muss. In Punkto Fahrspaß lässt sich der Leistungszuwachs deutlich spüren, ob dem Käufer dieser Aufpreis wert ist, muss dieser selber entscheiden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des britischen Sportwagens stimmt allerdings allemal, so sind Konkurrenten, wie der Porsche 911, der Audi R8 oder der Aston Martin V8 Vantage deutlich teurer. Doch auch bei dem Sport-Coupé muss inklusive Sonderausstattung ein Preis von rund 120.000 Euro einkalkuliert werden.

Fazit

Das neue Jaguar F-Type R Coupé ist das bisher beste Meisterwerk des britischen Automobilherstellers. Der rassiger V8-Motor lässt den Adrenalinspiegel seiner Insassen mit Leichtigkeit in die Höhe schießen. Das hochwertige Interieur und Exterieur, sowie die in diesem Preissegment einmaligen technischen Daten erklären den hohen Preis einigermaßen gut. Unter dem Strich ist der F-Type R ist ein Sportwagen mit Spaßgarantie, obgleich es auch ein teurer Spaß ist. Aber Achtung: Herzrasen und Kopfschmerzen sind für den Beifahrer garantiert.

Zu guter Letzt bedanken wir uns bei dem Jaguar-Händler Hugo Pfohe aus Hamburg, welcher uns das Fahrzeug freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.