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Nissan GT-R Black Edition vs. Porsche Turbo S (997)

Wir schreiben das Jahr 2012 und Nissan bringt den Nachfolger zu ihrem heißesten Auto im Portfolio: Der Nissan GT-R Black Edition. Bei dem starken Vorgänger ist es klar, dass Nissan beim Nachfolger nach Perfektion strebt. Der Japaner tritt mit seinen 550 PS gegen den Porsche 911 Turbo S an, der mit 530 Pferden ausgestattet ist.

Zwei Sportwagen, so verschieden wie nur irgendwie möglich

Schon beim bloßen betrachten zeigen sich die völlig unterschiedlichen Charaktere der beiden Autos. Beides sind Super Sportler mit einer vergleichbaren PS Ausbeute. Dennoch sind sie so verschieden wie Sportwagen es kaum sein können. Der Porsche Turbo S ist ein Vollblutsportwagen wie wir ihn von Porsche kennen. Die Typische 911er Turbo Karosserie- elegant und sportlich zugleich. Und dann ist da der Nissan GT-R Black Edition: Der insgesamt sehr bullige Japaner sieht deutlich muskulöser aus als der Turbo S. Das markante, breite Heck schwebt protzig über dem Asphalt. Der GT-R will es jedem zeigen, was er so kann. Sein Auftreten: Extrem selbstbewusst, fast schon prollig.

Fahrverhalten auf unruhiger Strecke

Bereits als wir die ersten Meter mit dem neuen GT-R zurücklegen fällt uns auf, dass der Wagen aufgrund der Sensibleren Federelemente deutlich besser auf der Straße liegt als sein Vorgänger. Er steckt unruhige Fahrbahnen viel besser weg und lässt sich besser kontrollieren. Bei Redakteur John Mahlmann sieht das hingegen gänzlich anders aus. Mit dem hart federnden Porsche Turbo S wird die Fahrt über die holprige Landstraße zum Albtraum. Endlich bessert sich die Straßenlage und John kann aufatmen.

Das Kopf an Kopf Rennen

Als nach einer langgezogenen Kurve die Strecke soweit das Auge reicht gerade verläuft ist uns klar was nun passieren wird: Der direkte Vergleich zwischen den beiden Kontrahenten. Wir stellen die Wagen nebeneinander hin, die Motoren schnurren zufrieden dahin- sie wissen noch nicht was jetzt kommt. Dann ist es soweit: Als wir beide Vollgas geben setzen sich die beiden Wagen unter luftzerreißendem Lärm in Bewegung. Der Porsche Turbo S hat während der Anfangsphase trotz 20 PS weniger die Nase ein Stück weiter vorne. Aber dann setzt sich der Nissan unter wütendem Motorbrüllen durch. Nach nur 2,8 Sekunden macht rast er mit Tempo 100. Der Porsche schafft die 100 erst in 3,4 Sekunden. Der GT-R zieht dem Turbo S tatsächlich davon- ein beeindruckendes Schauspiel. Das 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe macht hier einen hervorragenden Job.

Geschwindigkeits- Check auf deutscher Autobahn

Der Porsche hat eine zweite Chance verdient. Also fahren wir raus auf die Autobahn um an einer Geschwindigkeitsunbegrenzten Stelle die Höchstgeschwindigkeit zu testen. Beide Wagen rasen los. Erschrocken springen die anderen Autos auf die rechte Spur, die zwei Bestien beißen sich über den Asphalt, immer schneller und schneller. Keiner will vorzeitig aufgeben. Als der Tacho die 315 erreicht ist der Porsche am Limit angekommen. Jetzt geht nichts mehr. Aber was macht die Black Edition? Die legt tatsächlich noch freche 5 km/h mehr drauf! Auch die zweite Runde geht somit an den GT-R, wenn auch nur knapp.

Unser Fazit

Auch wenn der GT-R sich in beiden direkten Vergleichen durchsetzten konnte, ist der Porsche nicht unbedingt ein weniger sportliches Auto. Ganz im Gegenteil. Auf kurvigen Strecken konnte der 911er durch eine hervorragende Querbeschleunigung überzeugen und wertvolle Sekunden gewinnen. Er ist insgesamt agiler und wendiger auf kurvigen Straßen und lässt sich besser kontrollieren. Im Endeffekt sind es zwei unterschiedliche Autos die völlig andere Signale nach außen senden und ein gänzlich anderes Image verkörpern. Beide haben ihre Schwachstellen und auch ihre Stärken. Ein großer Teil ist natürlich auch Geschmackssache und auch eine Frage des Geldbeutels. Bietet doch der Nissan GT-R Black Edition mit seinen 93.500 Euro ein deutlich bessere Preis-Leistungsverhältnis als der Turbo S. Dieser kostet 173.241 Euro, ein stolzer Preis.