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Der neue Porsche Boxster S im Test

Kaum kommt der Frühling nach Hamburg, steht auch schon der erste Cabrio-Test auf dem Plan: Der Porsche Boxster S. Redakteure und Testfahrer John Mahlmann und Nicklas Westphal knöpften sich das kleine Kraftpaket bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen 18 Grad vor.

Exterieur und Design

Der Boxster S ist Silber und hat ein schwarzes Stoffverdeck. Das Frühlingslicht spiegelt sich auf der glänzenden Motorhaube, die Scheinwerfer blicken den Betrachter herausfordernd an. Die neu geformten Front- und Heckpartien stehen dem Boxster S ausgesprochen gut.

porsche-boxter-981-frontansicht

Die neuen Nebelscheinwerfer leuchten hell aus dem dunklen Kühlergrill-Bereich hervor. Die in drei Lufteinlässe an der Front lassen den Porsche angriffslustig wirken. Der ausfahrbare Spoiler erinnert an Audi, steht dem Wagen aber sehr gut. Rollt der Wagen ruhig durch die Straßen, so sticht er nicht besonders ins Auge- silberner Lack und ein schwarzes Verdeck sind sehr dezente Farben. Beim Blick von außen auf das Auto zeigt sich der Boxster S also von seiner edlen Understatement- Seite.

Interieur

Beim Blick ins Wageninnere sieht das schon gänzlich anders aus. Eine knallrote Lederausstattung begrüßen unsere Testfahrer, sogar das Lenkrad ist rot- das goldene Porsche Emblem, die silbernen Schaltwippen und die schwarzen Lenkrad-Knöpfe sorgen für einen guten Kontrast. Raumtechnisch erinnert der Innenraum stark an den Cayman, auch hier ist der begrenzte Raum auffallend. Keinen Zentimeter hinter den Sitzen ist Schluss, hier beginnt der Verkleidungskasten für den Mittelmotor.

Porsche Boxster 981 Innenraum

Auch das Sitzen ist nicht gerade komfortabel, aber wer will das schon in einem Boxster S oder gar in einem Cayman S? Hier kommt es vielmehr auf Werte wie Sportlichkeit und Ästhetik an. Die Sitze sind sportlich geformt, so dass man einen sportlichen Halt hat. Auch bei den Armaturen machen sich die Platzeinsparungen bemerkbar. Der Boxster S verfügt, wie auch der Cayman, über drei Anzeigen anstatt über fünf, wie der große Bruder namens 911. Ansonsten ist das Armaturenbrett in typischer Porsche Manier gestaltet: Sehr edel, ästhetisch und gleichzeitig sportlich.

Leistung und Technik

Führt man den Vergleich zum Cayman S fort, so hat der Boxster S mit seinen 315 Pferden bei 3,4 Litern Hubraum die Nase nicht ganz vorn, denn der Cayman S verfügt über 10 PS mehr. Das PDK Getriebe holt dabei das Maximale aus beiden Sportlern heraus. Auch die Technik an Bord ist sehr positiv aufgefallen. Ein Bose-Soundsystem sorgt für fantastischen Klang, das Navigationsgerät lässt sich einfach bedienen und die Darstellung auf dem Bildschirm des Bordcomputers ist sehr ästhetisch und hochauflösend.

Fahrerlebnis

Vorab können wir verraten, dass der Porsche Boxster S uns sehr positiv überrascht hat. Obgleich es sich bei dem Boxster, sowie auch beim Cayman um ein Einsteigermodell von Porsche handelt, kommt der Fahrspaß bei diesem Sportwagen nicht zu kurz. Das Erste was uns beeindruckt hat ist die enorme Beschleunigung. Dank PDK und einem Leergewicht von rund 1400 Kg werden wir trotz des recht niedrigen Drehmoments beim Sprint in 911er Manier in den Sitz gepresst- das Gefühl, das Autofans so lieben. Mit lautem Motorbrüllen jagen wir über die über die Auto im Test-Teststrecke. Wir haben die Sport Plus Taste gedrückt und wollen die Beschleunigung unter die Lupe nehmen. Aus dem Stand reißen wir dank PDK und Sport Plus die 100er Marke nach 4,8 Sekunden.

porsche-boxster-981-heckansicht

John schaltet manuell über die Schaltpedals runter. Der Motor heult auf, der Drehzahlmesser schnellt nach oben. Der Boxster S gibt Gas und beschleunigt auf 277 km/h, dann ist Schluss. Als die nächste Kurve herannaht packen die Bremsen gut zu, John beschleunigt in der Kurve und durchfährt sie im hohen Drehzahlbereich jenseits der 5000. Einfach unglaublich wie der Wagen unter Beschleunigung durch die Kurve gleitet und in der darauf folgenden Gerade wieder mit Vollgas beschleunigt. Das Fahrverhalten bei Nässe konnten wir aufgrund des plötzlichen Frühlings „leider“ nicht testen. Dass Heckantriebe bei nasser Fahrbahn allerdings weniger spaß machen muss wohl nicht extra getestet werden.

Kosten

Angegeben ist der Wagen innerorts mit 11,4 Litern, außerorts mit 6,3. Bei sportlicher Fahrweise verbrauchten wir während unserer Testfahrt in der Stadt rund 13 Liter. Aber wer fährt schon täglich unter Testbedingungen durch die Stadt? Bei etwas vorausschauender Fahrweise sind innerorts wohl 12 Liter realistisch.

Fazit

Ein erstklassiges Cabrio-Wetter, ein erstklassiger Flitzer- ein toller Testtag. Der Porsche Boxster S hat uns positiv überrascht und hat gezeigt, dass er eine richtige Sportskanone ist, die eben so viel Fahrspaß mit sich bringt wie der große Bruder. Eindeutiger Vorteil des Boxster S liegt natürlich abgesehen von den Anschaffungskosten bei den Unterhaltskosten. Hinter die Alltagstauglichkeit des Fahrzeuges ist aber natürlich aufgrund des Platzmangels ein Fragezeichen zu setzen. Wer Porsche fahren und das Auto täglich nutzen möchte ist mit dem 911er wohl besser beraten.