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Die SRT Viper 2013 im Test – Ein Sportwagen mit 648 PS

Nach zwei Jahren ist es endlich soweit: Chryslers Sportabteilung SRT bringt eine Neuauflage der legendären Giftschlange. Nachdem sie 2010 nach der Übernahme von Dodge durch den Fiat-Konzern einfach aus dem Sortiment gestrichen wurde, ist sie 2013 zurück auf den Straßen.

Nachdem wir bereits Michael’s veredelte Viper SRT10 mit dem Baujahr 2003 unter die Lupe genommen haben, ist heute die Neuauflage der Viper dran. Wir haben die Giftschlange auf heimischem Territorium besucht- wo könnte man einen authentischeren Test durchführen als in Miami Beach? Die Auto im Test Redakteure John Mahlmann und Nicklas Westphal haben sich diese für einen ausführlichen Test zur Brust genommen.

Exterieur und Design

Als uns der Verkäufer zum Stellplatz der Viper führt, blickt sie uns grimmig aus ihren zugekniffenen Bi-Xenon Strahlern mit LED-Tagfahrleuchten an. Die große Lufthutze auf der langen Motorhaube ist seit jeher charakteristisch und bleibt auch bei diesem Modell erhalten. Die strahlende Morgen-Sonne sticht schon unerbittlich auf den roten Lack der Viper ein. Wenn man den Wagen aus einiger Entfernung betrachtet und die Umgebung Miamis mit den Palmen, die sich seicht im Wind wiegen und dem strahlend blauen Himmel auf sich wirken lässt, erscheint das Auto besonders attraktiv. Das liegt daran, dass die Farben, die Form und das ganze Flair welches dieses Auto ausstrahlt in einer solchen Umgebung ganz anders zur Geltung kommt und wahrgenommen wird, als dies im verregneten Deutschland der Fall wäre. Man merkt einfach, dass der Wagen hier zuhause ist.

Interieur

Genug betrachtet- wir steigen in den Wagen ein, um uns das Cockpit anzuschauen. Wir finden uns in einem sehr modernen, nach deutschen Standards durchaus hochqualitativen Inneren wieder. Das Lenkrad ist am unteren Teil abgeschnitten, die Seiten sind an den Griffstellen verstärkt und so geformt, dass dieses besonders griffig in der Hand liegt. Links und rechts auf dem Lenkrad sind Knöpfe zur Bedienung des Infotainment-Systems angesiedelt. In der Mitte ist das Zeichen der Viper- eine Giftschlange mit aufgerissenem Maul- abgebildet. Die Mittelkonsole ist sehr übersichtlich gestaltet, hier befinden sich nämlich keine Knöpfe, nur der Knauf der Gangschaltung- sehr sportlich! Das Infotainment-System ist auf dem neuesten Stand. Der Bildschirm ist sehr groß und hochauflösend mit einem stylischen SRT-Schriftzug, der am oberen Bildschirmrand eingeblendet wird. In den roten Leder-Sportsitzen sitzt man wirklich gut, die Wangen packen gut zu, so dass auch bei schneller Fahrt der Fahrer Halt findet. Das Leder ist sehr sauber verarbeitet. An den Lufteinlassschlitzen findet sich die rote Lederfarbe wieder. Die Armaturen sind sehr ansehnlich in Leder eingekleidet. Ein kleines Highlight im Cockpit sind die Anzeigen auf der Armaturentafel, denn in der Mitte des rot beleuchteten Drehzahlmessers ist der Schlangenkopf ebenfalls abgebildet. Auch die Geschwindigkeitsanzeige ist sehr innovativ gestaltet, da nicht wie gewohnt die volle Anzeige verwendet wird, sondern die Höchstgeschwindigkeit bereits auf 12 Uhr angezeigt wird.

Leistung und Technik

Zehn Zylinder, 20 Ventile, 8,4 Liter Hubraum, 648 PS, 814 Newtonmeter Drehmoment und eine untenliegende Nockenwelle anstatt Turbolader oder Kompressor- so sieht’s aus! Das ist mal eine gewaltige Ansage. Während in Deutschland die Automobilhersteller ihre 2 Liter Maschinen auf 1,6 Liter verkleinern, wird hier nach wie vor auf großvolumige Motoren gesetzt, ganz nach dem Motto „je mehr Hubraum, desto besser“.

Fahrerlebnis

Wir drücken den Startknopf und hören ein lautes Brüllen aus den Sidepipes- die Schlange ist erwacht. Die Zehn Zylinder sind so sehr am Arbeiten, dass man schon im Stand die Vibration deutlich spüren kann- was für ein Feeling! Wir haben verstanden, die Viper will fahren, nicht stehen. Wir aktivieren den Launch-Control-Assistenten. John tritt das Gaspedal bis zum Anschlag durch, für einen Augenblick bleibt die Viper auf der Stelle stehen- die Reifen drehen durch dank Heckantrieb. Dann setzt sich der Wagen mit einem harten Ruck in Bewegung und rast mit enormer Kraft nach vorne. Mit voller Kraft muss John das Lenkrad festhalten und mit kleinen Lenkbewegungen den Wagen vorm ausbrechen bewahren. Ein Grollen liegt in der Luft, das die feinen Haare auf dem Arm des Fahrers senkrecht stehen lässt. Der V10 hört sich sehr böse an, wie ein wütendes Ungetüm das hinter einem her ist. Frühes schalten aufgrund des gewaltigen Drehmoments angesagt, dieses glänzt in wirklich jeder Fahrsituation. Nach knapp vier Sekunden knacken wir die 100er Marke.

Kosten

Wer denkt, dass die neue Viper sparsam geworden ist, der liegt falsch. Unter 15 Litern geht nichts, 20 sind schon realistisch – und wer die Fahrfreude in vollen Zügen auskostet, der ist mit 35 Litern auf 100 km schon mal dabei. Nach 200 km heißt es dann wieder „tanken!“, denn dann ist der 70-Liter-Tank auch schon leer. Der Basispreis liegt bei 97.395 Dollar, was umgerechnet etwa 77.600 Euro entspricht.

Fazit

Ein aufregender Testtag liegt hinter uns. Wir sind mit einem 648 PS starken Zehnzylinder den gesamten Tag durch Miami gefahren, konnten das amerikanische Musclecar-Flair am eigenen Leib miterleben- was will man mehr? Dieser Wagen ist einfach der Wahnsinn. SRT hat sich mal wieder selbst übertroffen. Wer einen kompromisslosen Sportwagen sucht, Vorliebe für US-cars hat, sich zutraut ein solches Monstrum zu steuern, jedoch keinen so hohen Anschaffungspreis wie bei vergleichbar starken Sportwagen zahlen möchte, der ist mit der neuen SRT Viper bestens bedient.