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Tracktest: Mercedes SLS und Audi R8 GT Spyder

Die Autowelt ist schon verrückt heutzutage: Die Ingenieure legen sich mächtig ins Zeug um den neuen Sportskanonen bestes Handling, überragende Querdynamik und einwandfreies Ansprechverhalten in Kurven anzutrainieren und was machen die Fahrer dieser Luxuskarossen? Sie nutzen ihre Supersportler um bei schönem Sonntagswetter durch die Innenstadt zu fahren, ein paar schaulustige Blicke zu ernten und die Shopping-Einkäufe nachhause zu fahren. Eine Zweckentfremdung wie sie schlimmer nicht sein könnte. Doch nicht mit Auto im Test!

Strahlender Sonnenschein, Sonnenbrille im Gesicht und das Dach im Verdeckkasten

So fahren wir die beiden PS-Raketen, die wohl gemerkt auf die Rennstrecke und nicht in die Innenstadt gehören, auf die Auto im Test-Teststrecke. Es weht nur ein laues Lüftchen und die Sonne brennt im Gesicht. Die Stimmmung ist super als Redakteur John Mahlmann und Nicklas Westphal mit den beiden bissigen Konkurrenten auf dem Testgelände aufschlagen und die Motoren warmfahren. Schon während der Aufwärmrunden juckt es uns in den Fingern das Gaspedal bis zum Anschlag zu treten und die Schaltpaddels zu betätigen. Doch zur Schonung der Motoren halten wir uns natürlich vorerst zurück. Schließlich wollen wir ja den schönen SLS nicht beschädigen und erst recht nicht den R8 GT Spyder, von dem es weltweit nur 333 Fahrzeuge gibt.

Die beiden Alphatiere der nach oben offenen Fahrzeugklasse deutscher 200.000 Euro Sportler auf der Startlinie

Nicklas Westphal hat keinerlei Probleme beim Ein- und Aussteigen im SLS. Er findet sich in dem sportlich-edlen Mercedes SLS Cockpit wieder als er langsam den Wagen an die Startlinie rollt. Carbon und Leder dominieren das Innere des Spitzensportlers. Die Farbkombination von dem roten Leder und den schwarzen Armaturen wirkt einfach erstklassig und macht schon im Vorhinein richtig Lust aufs Fahren. Die Sportsitze packen gut zu und lassen sich elektrisch an jeden Körper anpassen. Den extrovertierten Auftritt überlässt der Mercedes dem Konkurrent aus Ingolstadt. Trotz offenen Verdecks hat John große Probleme sich in den R8 GT zu zwängen. Mit viel Anstrengung zwängt er sich in den Rennschalensitz und zieht sich am Alkantaralenkrad in die richtige Sitzposition. Wer in dieses Cockpit passen soll ist uns schleierhaft, jedenfalls wird hier jedes überschüssige Pfund zur reinsten Qual für den Fahrer. Mit einem Rucken legt das sequentielle Getriebe den ersten Gang ein als Redakteur Mahlmann den Wählhebel auf D stellt. Der V10 Motor schnurrt bedrohlich vor sich hin als John an der Startlinie neben Redakteur Nicklas Westphal hält. Ein letzter Blick zur Seite durch die Fenster in den Wagen des anderen: Hier hört die gemeinsame Arbeit auf. Ab jetzt herrscht Krieg, einfach nur Kräftemessen zwischen dem wilden V10 von Audi und dem Achtzylindrigen SLS.

Startschuss: 1131 PS rasen über den Asphalt und zerreißen die Luft. Keine Limits, keine Kompromisse

Es ist als würde man mitten in der Nacht aus dem Schlafgerissen. Hoch konzentriert sitzen beide Redakteure hinter dem Lenkrad und warten auf den Start. Das Gaspedal wird durch getreten und beide Super Sportler zeigen was sie haben. Mit einem kräftigen Ruck reißen die Motoren die Wagen aus dem Stand und beschleunigen unter brachialen Brüllen in 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Jetzt sind beide Redakteure wach- garantiert! Doch kaum hat man an dieser atemberaubenden Beschleunigung Gefallen gefunden kommt schon die erste Kurve und die Keramikbremsen haben die erste Chance sich zu beweisen. Wider Erwarten kann sich hier auf den ersten Metern keiner der beiden Kontrahenten durchsetzen. Beide sind exakt gleich gut: 3,8 Sekunden bis zur 100er Marke. Ein Kopf an Kopf Rennen! Und auch in Punkto Sound kann der Audi V10 den V8 der Schwaben nicht übertönen. Doch was passiert in den Kurven? Die G-Kräfte kommen zur Wirkung als sich der Audi R8 GT Spyder und der Mercedes SLS AMG in die Kurve legen. Auch hier zeigt sich der R8 GT als eine Sportskanone. Er legt sich perfekt in die Kurve und lässt den AMG alt aussehen. Nicklas Westphal hat große Probleme mit der weichen Lenkung, die es schwer macht ein gutes Straßengefühl in der Kurve aufzubauen. Und auch die Keramikbremsen des R8 sind bissiger als die des Mercedes. John fährt optimal durch die Kurve und gewinnt wertvolle Sekunden. Wenn es dann wieder in eine Gerade geht packt der AMG aus was er in der Trickkiste versteckt hat: Mit über 4000 Touren beißt er sich quasi zurück ins Rennen. Er ist perfekt ausbalanciert und nimmt dem Audi durch sein Doppelkupplungsgetriebe schnell wieder Sekunden ab. Er beschleunigt wie ein Jet und glänzt am Ende mit einer besseren Rundenzeit als der R8 GT.

Unser Fazit:

De heutige Test auf der Piste war definitiv der aufregendste Test den wir seit langem hatten. Zwei Sportskanonen in Perfektion bieten sich eine Schlacht auf der Auto im Test-Teststrecke. Am Ende konnte der Mercedes SLS AMG durch seine unglaubliche Kombination aus Alltagstauglichkeit und sportlicher Versiertheit die Nase vorne haben. Das nenne ich mal Understatement! Auch wenn der R8 mehr Blicke auf sich ziehen mag und ein stärkeres Geltungsbedürfnis nach Außen hin hat bleibt der AMG cool und lässt Fakten sprechen.